Digitale Nachhaltigkeit

Die Aufgabe für die aktuelle und folgenden Generationen ist klar: Unser konsumtiver Fußabdruck muss drastisch reduziert werden! Das gilt nicht nur für den Ausstoß von CO2 und anderen klimarelevanten Produkten, sondern es gilt auch für den Verbrauch von anderen Ressourcen.
Als Unternehmen im Bereich der Digitalwirtschaft stellt sich auch für uns, bei der cas_data GmbH, die Frage: Welchen Einfluss können wir darauf nehmen? Welche Möglichkeiten haben wir, IT-Landschaften ressourcenschonend zu gestalten? Welche Beratungsimpulse können wir unseren Kunden geben?

Erde mit Recycling-Symbol

Unsere Motivation - unsere Verantwortung

Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, sieht klare Signale, dass der Klimawandel bereits bei uns angekommen ist. Im Zustand unserer Bäume und Wälder ist die Veränderung der Temperatur sichtbar. Wissenschaftlich lässt sich dies an der langfristigen Entwicklung der durchschnittlichen Temperaturen ablesen. Die Korrelation zwischen CO2-Anteil in der Atmosphäre und Temperaturentwicklung ist schlüssig belegt.

Die Endlichkeit von Ressourcen, die wir für unsere Lebensführung verbrauchen, ist mathematisch fassbar. Dies gilt gerade in der Digitalwirtschaft für sog. Seltene Erden wie für Edelmetalle. Hinzu kommt ein schwer zu erfassender Anteil an Energie für Herstellung und Logistik.

Aus diesen Gründen haben wir im Sommer 2021 die Gründung der „Fokusgruppe Nachhaltigkeit“ innerhalb der Systemhauskooperation iTeam forciert. Karsten Zygowski, Geschäftsführer der cas_data GmbH, ist Mitglied im Board der Gruppe und sorgt so für relevante Themen auf der Agenda bei den regelmäßigen Meetings der Gruppenmitglieder. Diese Gruppe besteht aus Geschäftsführer:innen von IT-Systemhäusern aus dem gesamten Bundesgebiet.

Zwischen den Meetings erarbeiten Arbeitsgruppen Lösungen für unterschiedliche Problemstellungen. Diese reichen von der Einflussnahme auf die Lieferkette, der CO2-Neutralität des eigenen Unternehmens bis zu den Gestaltungsmöglichkeiten in der IT-Landschaft von Unternehmen und Organisationen.

Die erarbeiteten Erkenntnisse und Konzepte werden allen Partnern der Kooperation zur Verfügung gestellt. Unterstützt wird die Fokusgruppe durch unterschiedliche Referenten und Organisationen aus Forschung und Wissenschaft, z.B. dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH.

Aus diesen Ergebnissen heraus haben wir einige Handlungsoptionen entwickelt:

Der nachhaltige Arbeitsplatz

Ein erheblicher Anteil Ressourcen werden für Endgeräte (PC, Nootebook, Tablet, Smartphone, etc.) verbraucht. Dass hier eine Veränderung bei gleichen wirtschaftlichen Parametern leicht herbeizuführen ist, ist weitestgehend unkommuniziert. An einem einfachen Beispiel zeigen wir, wie Arbeitsplätze nachhaltig werden.

Teilen statt Kaufen

Shared Services sind in der Unternehmensorganisation lange erprobt und bewährt. Dieses Prinzip kann auch für IT-Services angewendet werden. Dabei ist abzuwägen, ob sie intern oder extern nachhaltiger betrieben werden können.

Effizienz statt Dienstreise

Bis 2019 galten Videokonferenzen als Behelf. Telefonkonferenzen waren zäh und kommunikativ sehr eingeschränkt. Mit der Pandemie wurde aus der Notwendigkeit ein Schub an Entwicklungen ausgelöst. Mittlerweile lohnt eine Neubewertung, auch aus Sicht der Nachhaltigkeit.

Faktor Unternehmenskultur

Die Kultur eines Unternehmens hat einen zentralen Einfluss auf die Nachhaltigkeit. Damit postulierte Ziele Effektivität entwickeln und kulturell unterstützt werden, bedarf es passende Impulse und einem Abwägungsprozess. Erst dann kann Nachhaltigkeit im Unternehmen gesteuert werden.

Aktuelles aus unserem Nachhaltigkeits-Blog

Erstes Arbeitstreffen der AG Lifecyle

Im Rahmen der Fokusgruppe Nachhaltigkeit hat am 14. Oktober 2021 die Arbeitsgruppe Lifecycle erstmalig getagt. Mit einigen Geschäftsführern anderer IT-Unternehmen haben wir Optionen und notwendige

Weiterlesen
Fokusgruppe Nachhaltigkeit gegründet

Fokusgruppe Nachhaltigkeit gegründet

Innerhalb unserer Kooperation von deutschlandweit rund 370 IT-Unternehmen wurde die Fokusgruppe Nachhaltigkeit gegründet. Unter dem Dach der iTeam nahmen Vertreter:innen aus 26 Systemhäusern an dem

Weiterlesen

Der nachhaltige Arbeitsplatz

Wo ist das Problem? 

Eine Studie der bitkom aus dem Jahr 2020 stellt fest, dass ca. 70% der gesamten CO2-Äquivalente in den digitalen Infrastrukturen auf die Endgeräte (also Notebooks, PC-Systeme, Monitore, Smartphones etc.) entfallen. Dies entspricht jährlich 900-1.100 Megatonnen CO2e. Signifikant dabei ist, dass 50% davon auf die Herstellung entfallen. Im Vergleich dazu entfallen nur 10% auf Rechenzentren und Netze. Zudem ist deren CO2e mit jeweils 15% an den digitalen Infrastrukturen deutlich geringer.

Warum ist das so? Die Nutzungsdauer der Endgeräte ist deutlich kürzer als die anderer IT-Komponenten. Server in unserem eigenen Rechenzentrum haben einen Lebenszyklus von 7 Jahren, in dem sie operativ sind. Gleiches gilt für Switche, Router, Firewalls etc.. Bei den Endgeräten muss also eine Verhaltensänderung vonstattengehen.

Die Schwierigkeit liegt darin, dass Hersteller auf hohe Absätze zielen. Somit wird auch die Bedarfsweckung durch deren Marketing gesteuert. Zudem sind viele im Handel angesiedelte IT-Unternehmen auf hohe Verkäufe aus. Denn nur durch steigende Umsätze lassen sich Margen stabil, und somit das Geschäftsmodell profitabel halten.

Welche Optionen gibt es?

Die Lösung liegt in der Nutzungsdauer der Geräte. Damit das gelingt, sind werterhaltende Maßnahmen notwendig. Die Hersteller der Geräte und auch Drittanbieter bieten dafür entsprechende Garantieversicherungen an.  Zusätzlich kann man bei der Auswahl eines Gerätes darauf achten, ob es bereits vor dem Erwerb eine Nutzung hatte. An folgendem Beispiel machen wir das an Zahlen fest. In einem Unternehmen wird ein Notebook benötigt. Die Rahmenparameter sind:

  • großes Display (15,6″)
  • Intel i5 Prozessor
  • 8 GB Arbeitsspeicher
  • 256 GB SSD-Festplatte
  • Windows 10 Pro
  • W-Lan, Bluetooth, Kamera etc.

Zur Auswahl steht z.B. ein fabrikneues Fujitsu A3510, ein wiederaufbereitetes Fujitsu E756. Beide sollen insgesamt 5 Jahre betrieben werden. Daneben erfolgt eine Betrachtung, wenn nach jeweils drei Jahren das Gerät erneuert werden soll. Die verbundenen Kosten sehen wie folgt aus:

Fujitsu A3510, 3 Jahre Betrieb unter Garantie

Kaufpreis: 610,00€
Installation: 120,00€

nach 3 Jahren Neuanschaffung

Kaufpreis: 610,00€
Installation: 120,00€

Gesamtkosten: 1.460,00€
entspricht 20,28€ je Monat 

Fujitsu A3510, 5 Jahre Betrieb unter Garantie

Kaufpreis: 750,00€
Installation: 120,00€

nach 2,5 Jahren Neuinstallation als Wartungskosten: 120,00€

Gesamtkosten: 990,00€
entspricht 16,50€ je Monat

Fujitsu E756 wiederaufbereitet, 5 Jahre Betrieb unter Garantie

Kaufpreis: 680,00€
Installation: 120,00€

nach 2,5 Jahren Neuinstallation als Wartungskosten: 120,00€

Gesamtkosten: 920,00€
entspricht 15,33€ je Monat 

Auch wenn hier das wiederaufbereitete Gerät einen kleinen Kostenvorteil darstellt, liegt das Gewicht der Betrachtung auf dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Im ökologischen Fußabdruck sind alle drei Kalkulationsansätze identisch bei der Herstellung je eines Gerätes. Jedoch ist gegenüber dem üblichen Investitionszyklus aus Kalkulation 1 der Betrieb über 5 Jahre nur mit 60% des ökologischen Fußabdrucks anzusetzen.
Demgegenüber ist der Einsatz des wiederaufbereiteten Systems in Kalkulation nur mit 43% des ökologischen Fußabdrucks wirksam.

Fazit:

Als Kunde sollte man den Triggern des „Neuer = Schneller + Besser“ widerstehen. In nahezu allen Einsatzbereichen lässt sich ein System deutlich länger als die fiskalisch gewohnten 3 Jahre einsetzen. Die realen Kosten bleiben identisch. Siegerin ist hier die Nachhaltigkeit.

Gerne unterbreiten wir Ihnen ein passgenaues Angebot für einen langfristigen Betrieb, auch von wiederaufbereiteten Geräten.

Teilen statt Kaufen

Wo ist das Problem? 

Seit den 80er Jahren wird das Konzept der Shared Services in der Unternehmensorgansisation eingesetzt. Es bewährt sich immer dort, wo Qualität gesteigert und Kosten gesenkt werden können. In der IT war es üblich und teilweise notwendig, bestimmte Services an jedem Standort oder in jedem Unternehmensbereich selbst zu erbringen. Man denke dabei an lokale Serverlandschaften. Um diese sicher betreiben zu können, waren Räume, Klimaanlagen, Datensicherungen, unterbrechungsfreie Stromversorgungen und vieles mehr notwendig. Allein aus wirtschaftlichen Gründen standen diese immer wieder im Fokus kritischer Betrachtungen. Aus Sicht der Nachhaltigkeit gilt dies sowohl für die Errichtung als auch für den Betrieb. Auch in einzelnen Unternehmen muss aus Gründen der Nachhaltigkeit die Frage gestellt werden, ob eine lokale IT-Landschaft noch notwendig ist.

Welche Optionen gibt es?

Überall dort, wo man Funktionen gemeinsam betreiben kann, ergeben sich drei Effekte. Zum ersten lässt sich ab überschreiten einer gewissen kritischen Masse der Kostenvorteil in Stabilität und Sicherheit der Funktion reinvestieren. Zum zweiten ergibt sich aus der konsolidierten Menge eine Dynamik, welche sprungfixe Kosten mitnimmt. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, an vielen Stellen Ressourcen mit entsprechenden Puffern zu versehen. Drittens schont dies eingesetzte Ressourcen für Material und Energie. Die Funktion wird nachhaltiger erzeugt.

Um zu einer Entscheidung zu gelangen, muss jede Funktion einer Bewertung mit mehreren Aspekten unterzogen werden. Nicht jede Funktion eignet sich für den Einsatz in einer öffentlichen Cloud. Wenn die Anforderungen an die Sicherheit überwiegen, kann eine private Cloud die bessere Option sein.

Fazit:

Aus der Perspektive der Nachhaltigkeit ist es in vielen Situationen sinnvoller, Funktionen nicht lokal selbst zu betreiben. Sofern nicht eine erhebliche Menge an Funktionen oder Services erreicht werden, ist ein Eigenbetrieb infrage zu stellen. Hier sollte ein Outsourcing in betracht gezogen werden. 

Gerne unterbreiten wir Ihnen ein passgenaues Angebot für Ihre Funktionen und Services auf konsolidierten Plattformen.

Effizienz statt Dienstreise

Wo ist das Problem? 

Besprechungen, Workshops und Tagungen waren bis 2019 mit Anfahten oder Reisen verbunden. Mit Beginn der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Kontaktbeschränkungen fand ruckartig ein Umsteuern statt.  Das eigentliche Problem für die Nachhaltigkeit liegt in den mit Reisen verbundenen CO2-Emissionen. Sekundär bringt je nach gewähltem Verkehrsmittel die damit einhergende mangelnde Arbeitseffizienz Nachteile für das Unternehmen.

Ökologisch betrachtet verursacht jeder Personenkilometer mit dem PKW 152g, mit dem Flugzeug 284g CO2. Mit Bus und Bahn sinkt der Ausstoß auf 111 bis 50 Gramm, abhängig von Einsatz im Nah- oder Fernverkehr (Zahlen für das Jahr 2020 vom Umweltbundesamt).

Gerade Umsteige- und Wartezeiten lassen sich nahezu nicht für eine konzentrierte Arbeitsphase nutzen.

Welche Optionen gibt es?

Die rasante Entwicklung der Plattformen für digitale Meetings bieten etliche Optionen. Egal ob fachliche und organisatorische Besprechungen, Schulungen, Tagungen und auch Workshops werden durch unterschiedliche Techniken nahezu ideal unterstützt. Sie bieten eine Vielzahl von Funktionen, die eine Zielerreichung sehr leicht ermöglichen.

Zudem ist die dafür benötigte Technik zuallermeist bereits vorhanden und Lizenzkosten erschwinglich.

Das Umweltbundesamt hat in seinem Projekt „Green Cloud Computing“ sehr interessante und wissenschaftlich validierte Zahlen veröffentlicht. Hier zeigt sich, dass eine Personenstunde Teilnahme an einer Videokonferenz geradeeinmal soviel CO2-Ausstoß produziert, wie 260 gefahrene Meter (!) mit einem PKW. Diese Zahl muss man auf sich wirken lassen: Wenn auch nur eine Person insgesamt 15km zu einer Besprechung an- und abreist, wird soviel CO2 freigesetzt, wie 19 Personen in einer dreistündigen Videokonferenz verbringen.

Für die Arbeitsorganisation sind Videokonferenzen natürlich ebenso ein Effizienztreiber. Rüstzeiten um in eine Videokonferenz zu gelangen sind mit nur 1-2 Minuten anzusetzen. Da dauert selbst das anziehen einer Jacke und der Gang zum Parkplatz länger.

Doch auch hier gibt es noch etwas zu beachten: Die 55g CO2 je Stunde Videokonferenz gelten für die Teilnahme mit einem Notebook. Diese sind wegen der Optimierung der Akkulaufzeiten besonders energieeffizient ausgelegt. Beteiligt man sich mit einem normalen PC-System an einer Videokonferenz, so steigt der Wert auf 90g. Bei Teilnahme mit einem großen Videomonitor liegt der Wert bereits bei 295g CO2.

CO2 bei unterschiedlichen Geräten
Quelle: UBA Green Cloud Computing, Abschlussbericht Seite 134

Fazit:

Vor diesem Hintergrund lassen nur ganz wenige Ausnahmen Besprechungen in Präsenz noch sinnvoll erscheinen. Personalgespräche, Verhandlungen und Situationen, in denen eine besondere Überzeugung notwendig ist, gehören dazu.

Jedoch gibt es auch hier ein paar wichtige Hinweise. Ein Arbeitstag kann nicht mit 8 Stunden Videokonferenzen gefüllt werden. Aufgrund psychologischer Faktoren sind Videokonferenzen für das menschliche Gehirn anspruchsvoller. Ebenso fordert „Führung auf Distanz“ eine andere Herangehensweise als klassische Führung in Präsenz.

Gerne stellen wir Ihnen unsere Expertise bei der Auswahl und Einführung von Videokonferenzen als Instrument zur Steigerung der Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen zur Verfügung.

Faktor Unternehmenskultur

Wo ist das Problem? 

Eine positive Unternehmenskultur ist ein Treiber für Veränderungen und für die Sinnhaftigkeit des Unternehmens. Darüber beziehen Mitarbeitende eine nicht quantifizierbare Energie für ihr Engagement. Auf welchen Ebenen dieses Engagement spürbar wird, ist von den Zielen und von der Strategie des Unternehmens abhängig. 

In der Praxis erleben wir immer wieder Unternehmen, die sich der Nachhaltigkeit verschreiben. Doch wie ernst meinen es Unternehmen damit? Das offenbart sich spätestens im Gespräch mit der Unternehmensleitung. Herrscht hier Klarheit, ist das Unternehmen mit seinem Willen, sich nachhaltig zu entwickeln auf einem guten Weg. Sind jedoch die Aussagen diffus, steht sehr schnell der Verdacht im Raum, dass es sich um Greenwash handelt.

Welche Optionen gibt es?

Der Schlüssel zur Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie liegt in der Entwicklung einer an das Unternehmen angepassten Vision. Grundlage für eine Inspiration können die Substainable Development Goals sein:

Substainable Development Goals

Nach der Festlegung der Vision benötigt man eine Einbettung in die Strategie des Unternehmens. Diese sollte mit einer planvollen Einführung in die tägliche Arbeit integriert werden.

Fazit:

Nachhaltigkeit in die Unternehmenskultur aufzunehmen bedarf eines umfassenden Blickes auf die Gepflogenheiten. Die besten Absichten drohen zu scheitern, wenn Kleinigkeiten übersehen werden. So werden Mitarbeitende hinterfragen, warum Dienstfahrzeuge nicht den Nachhaltigkeitszielen entsprechen oder Führungskräfte Produkte mit kurzem Lifecycle nutzen. Dies muss mitgedacht und kommunikatiov begleitet werden.

Gerne begleiten wir Sie durch Workshops und Beratung auf Ihrem Weg zur Nachhaltigkeit.

Wie kann ich Ihnen helfen?

Karsten Zygowski, Geschäftsführer

Unsere Kunden sollen gut auf Angriffe auf die IT vorbereitet sein.